Fragen zur Beikost


Entspannt durch die Beikost–Zeit, wie geht das?
„Die beste Methode zum Beifüttern ist nicht bekannt“ – diesen Satz der American Academy of Pediatrics zitiert der Kinderarzt Herbert Renz–Polster in seinem Vorwort für das Buch „Einmal breifrei, bitte“ und plädiert dabei an Eltern sich mehr an Ihren Kindern als an Ernährungspläne zu orientieren. 

Auch ich schließe mich dieser Meinung an und möchte Mut machen „klassische Breikost“ und „Fingerfood“ nach den Bedürfnissen des Kindes anzubieten.

Oft hilft es Eltern die Beikostphase entspannt zu gestalten, wenn der Gedanke des „Fütterns“ weg fällt und statt dessen dem Baby geeignete Beikost angeboten wird und es selber entscheiden darf, ob es essen mag oder nicht. Babys wissen sehr gut, was und wie viel sie brauchen und schließlich soll Beikost die Muttermilch/Anfangsmilch nur ergänzen.

Ab wann kann ich Beikost anbieten?
Die ersten Beikost–Angebote sollte frühestens mit 5 Monaten und spätestens mit Beginn des 7. Monats erfolgen.

Wann beginne ich bei Frühgeborenen mit Beikost?
Bei Frühchen wird der Zeitpunkt für die erste Beikost nicht vom tatsächlichen Geburtstag, sondern vom berechneten Geburtstermin aus bestimmt. 

Was sind „Reifezeichen“ für Beikost?
Ob Ihr Baby schon Beikost essen und verdauen kann, hängt von der Entwicklung des Kindes ab. Jedes Kind ist anderes und hat einen individuellen Zeitplan. Im Anschluss erfahren Sie, woran Sie erkennen können, ob Ihr Baby „reif“ ist, um Beikost zu essen.
  •  Ihr Baby kann mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen, der Kopf “wackelt” nicht, wenn er nicht angelehnt ist.
  • Ihr Baby kann Spielzeug gezielt greifen, zum Mund führen und wieder loslassen.
  • Ihr Baby kann sich vom Rücken auf den Bauch drehen.

Braucht mein Baby früher Beikost, wenn es nur wenig zunimmt?
Nein. Die erste Beikost hat niemals so viele Kalorien wie Muttermilch bzw. Anfangsmilch. Solange Ihr Baby regelmäßig zunimmt, ist alles in Ordnung. 

Welche Lebensmittel kann mein Baby essen?
Nach meiner Erfahrung ist es wichtig, das Kind sehr langsam an feste Kost zu gewöhnen und nur ausgesuchte Lebensmittel nach und nach zu probieren. Auf Seite 9  erhalten Sie einen detaillierten Überblick dazu.

Was ist Baby–Led Weaning?
Beim BLW bekommen Babys als Beikost keine speziellen Nahrungsmittel, sondern essen von Anfang an vom Familientisch mit. Diese “Methode” Bedarf einer sehr genauen Auswahl der Zutaten. Es sollten ausschließlich Nahrungsmittel angeboten werden, die frei sind von Konservierungsstoffen, E–Stoffen, Aromen, Phosphaten. SEHR salzarm (besser salzfrei) und wenig (besser keinen) Zucker enthalten.  Bitte lassen Sie sich von der Altersangaben nicht verwirren, diese dienen nur als Anhaltspunkt und so kann ein Rezept ab 10 Monate für das ein oder andere 8 Monate alte Baby durchaus geeignet sein. 

Ab wann ist Fingerfood geeignet?
Aus meiner Erfahrung können Babys ab etwa 7 Monate gegarte Gemüsestücks, weiches Obst und Brotwürfel sehr gut lutschen und haben Spaß an Fingerfood.

Muss mein Baby immer zur gleichen Uhrzeit essen?
Nein. Beikost kann immer dann angeboten werden, wenn auch die anderen Familienmitglieder ihre Mahlzeiten einnehmen. Natürlich spricht auch nichts dagegen, zu Beginn dem Baby nur dann Beikost anzubieten, wenn es gut gelaunt und ausgeschlafen ist und Sie frei von Zeitdruck sind.

Wie viel Beikost braucht mein Kind?
Ab etwa 5 Monate sind Babys in der Lage kleine Portionen fester Nahrung (eine Babyhand voll) zu verdauen. Nach und nach werden dann mehr Verdauungsenzyme gebildet und die Portionen können größer werden. Sie können sich dabei ganz auf den Appetit Ihres Kindes verlassen. Muttermilch/Anfangsmilch bleibt Hauptnahrungsmittel und versorgt Ihr Baby noch mindestens bis zum 9. Monat mit allen wichtigen Nährstoffen.

Schläft mein Baby durch, wenn es abends Brei bekommt?
Nein! Wenn es so einfach wäre, müsste niemand über Schlafprogramme diskutieren. Schlafen hat viel mehr mit der Entwicklung als mit der Ernährung zu tun.  

Beikost und Verdauung, worauf sollte ich achten? 
Mit der Beikost ändert sich auch Babys Verdauung. Je nachdem was Ihr Baby isst, ändern sich Farbe, Geruch und Konsistenz des Stuhlgangs. Manche Babys sind sehr sensibel und reagieren mit Verstopfung oder Durchfall. In den Rezepten erhalten Sie Informationen dazu, wie sich die Zutaten auf Babys Verdauung auswirken können und was meist besonders gut vertragen wird.

Plötzlich mag mein Kind keine Beikost, ist das normal? 
Es kommt vor, dass Ihr Baby plötzlich Beikost ablehnt und lieber nur Muttermilch/Anfangsmilch möchte. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen, das ist ganz normal. Oft sind die ersten Zähnchen die Ursache oder Wachstumsschübe.

Mein Baby ist ein „Vielfraß“, was soll ich tun?
Solange Ihr Baby gesunde und altersgerechte Kost wie im Buch beschrieben erhält, sollte es sich satt essen dürfen. Schon bald wird wieder eine Zeit mit wenig Appetit folgen, sodass nicht zu befürchten ist, dass Ihr Kind zu dick wird.

Darf mein Baby Glutenhaltiges essen?
Ab etwa 7 Monate darf Ihr Baby glutenhaltige Lebensmittel erhalten. Gluten ist in Getreidesorten wie Weizen, Hafer und Dinkel enthalten.

Darf mein Baby Honig essen?
Nein. Babys und Kleinkinder bis zu etwa 1,5 Jahren sollten keinen Honig essen. Im Honig können Keime enthalten sein, die im Darm des Babys ein Gift bilden.

Braucht mein Baby Fleisch?
Nein. Als Eisenlieferant sind Haferflocken und Mandeln genauso gut geeignet.
Die Rezepte im Buch enthalten auch ohne Fleisch genügend Eisen.

Darf mein Baby Fisch essen?
Ja. Ab etwa 7 Monate kann Ihr Baby Fisch erhalten. Fisch ist reich an Jod und Omega–3–Fettsäuren und auch für Babys empfehlenswert. Sie können Fisch im Brei verwenden oder als Fingerfood anbieten. Gut geeignet ist „bio“ Seelachs und Kabeljau.

Darf ich Babybrei einfrieren?
Ja. Einige Breie eignen sich gut zum Einfrieren. Welche das sind erfahren Sie bei den Rezepten. 

Darf ich beim Kochen Salz verwenden?
Salz belastet die noch unreifen Nieren des Babys  und findet sich deshalb erst in den Rezepten ab 1 Jahr.

Wieso enthalten viele Rezepte soviel Öl?
Essen für Babys sollte reich an hochwertigen Omega–3–Fettsäuren sein, da diese zum Aufbau von Nervenzellen im Gehirn benötigt werden. Darüber hinaus sorgt das Öl für die richtige Energiedichte, so dass Ihr Baby auch mit kleinen Portionen satt werden kann. Außerdem sorgt das Öl dafür, dass fettlösliche Vitamine aufgenommen werden können.

Kann ich Gemüse–Kartoffelbrei im Vorrat kochen?
Ja. Es hat sich bewährt 2–3 Portionen auf einmal zu kochen. Bieten  Sie eine Portion kurz nach der Zubereitung, wenn der Brei die richtige Temperatur hat, an. Den Rest bewahren Sie in einer luftdichten Dose bzw. Glas im Kühlschrank auf und verbrauchen  den Brei je nach Zutaten innerhalb von 1–3 Tagen.

Darf ich das Essen in der Mikrowelle erwärmen?
Nein. Das Essen für Babys sollte nicht in der Mikrowelle erwärmt werden, da viele Antioxidantien (zellschützende Inhaltsstoffe), sekundäre Pflanzenstoffe, Antikörper und antibakterielle Substanzen zerstört werden, die für Säuglinge als Schutz vor Infektionen eine sehr große Rolle spielen. Außerdem können gefährliche Stoffe wie BPA aus Kunststoffen gelöst werden und dem Baby schaden. 

Welche Milch ist für Milchbrei geeignet?
Milchbrei können Sie aus Muttermilch bzw. Anfangsmilch oder aus Vollmilch 3,5%–3,8% herstellen. Fettarme Milch ist nicht empfehlenswert.

Vollmilch für Babys?
Nach den aktuellen Leitlinien zur Allergievorbeugung können Babys ab etwa 6 Monate Milchbrei aus frischer Kuhmilch zu sich nehmen, ohne dass die Gefahr einer Allergie steigt. 

Ab wann sind Eier erlaubt?
Nach dem 6. Lebensmonat ist Ei als Zutat z.B. in Nudeln unproblematisch. Ei als Beilage z.B. Rührei vertragen die meisten Babys ab etwa 10 Monate. Als Richtwert gelten bis zu 2 Eier je Woche. Zum Schutz vor Salmonellen sollten Eier gut gegart werden.

Ab wann kann mein Kind 
Joghurt, Quark, Käse und Milch bekommen?
Bis etwa 10 Monate sollte Ihr Baby neben dem Milchbrei
KEINE Milchprodukte erhalten.
Um den ersten Geburtstag herum sind
Milch/Milchprodukte wie Käse und Joghurt erlaubt.

Sind spezielle Produkte für Kinder sinnvoll?
Nein! Eltern sind schnell besorgt, wenn ihr Kind vermeintlich zu wenig Obst und Gemüse isst. Der Griff zu Lebensmitteln mit zusätzlichen Vitaminen erscheint vielfach als einfache Lösung. Doch die oft speziell für Kinder angepriesenen Produkte und Nährstoffpräparate sind alles andere als sinnvoll. Die Produkte enthalten oft viel Zucker, Fett, Eiweiß und überflüssige Kalorien.
Mein Baby „matscht“ nur mit dem Essen, was soll ich tun?
Essen anzufassen und es kennenzulernen ist für Babys eine wichtige Erfahrung, die Spaß an gesunder Ernährung fördert. 
Anfangs geht es nur mit den Fingern, doch bald interessiert sich Ihr Kind auch für Besteck. Besonders gut geeignet ist Kinderbesteck mit extra dicken Griffen. Um einen gefüllten Löffel zum Mund zu bringen, braucht es viel Geschick und Übung. Einfacher geht es mit einer Gabel, Stücke können schon von Einjährigen recht sicher aufgepickt werden. Bitte nicht verzweifeln, wenn Ihr Kind die Gabel mit der einen Hand festhält und mit der anderen Hand das Essen aufnimmt.  Es braucht viel Zeit zum Üben, bis Besteck sicher benutzt werden kann.

Braucht mein Baby auch Getränke?
Erst wenn Ihr Baby nach und nach mehr Beikost zu sich nimmt, braucht es auch Getränke.
Ab etwa 6 Monate können Sie beginnen, Ihrem Baby mehrmals täglich etwas Wasser oder Früchtetee anzubieten. Ihr Baby lernt so nach und nach genug zu trinken.
Ein Becher oder Trinklernbecher eignet sich  prima zum Üben. 

Welche Getränke sind geeignet? 
Gut geeignet ist Mineralwasser, mit der Aufschrift „natriumarm“ vorzugsweise mit wenig oder ohne Kohlensäure, Früchtetee wie z.B. Hagebutte/Hibiskus und Fruchtschorle.
Früchtetee sollte immer ungesüßt angeboten werden und bei der Zubereitung nicht länger als 15 – 20 Sekunden ziehen, da der Tee sonst zu säurehaltig wird. Fertig gemixte Fruchtschorle ist oft sehr süß und könnte Karies verursachen. Mixen Sie Fruchtschorle besser selber. Bei einer Verdünnung von 20 ml Saft auf 80 ml Wasser ist eine Zahnschädigung unwahrscheinlich.

Braucht mein Baby Obstsäfte?
Nein. Fruchtsäfte dienen nicht zur Flüssigkeitszufuhr und sollten nur bei Bedarf eingesetzt werden, z.B. bei erhöhtem Vitaminbedarf bei Erkältungen oder wenn Ihr Kind kein Obst gegessen hat. Hier gelten 200 ml Obstsaft (100 % Saft) pro Tag. Bitte Saft nicht in die Flasche geben.

Muss ich die Angaben zum Alter bei den Rezepten immer einhalten?
NEIN! Die Angaben dienen nur als Anhaltspunkte und basieren auf meiner Erfahrung als Kinderkrankenschwester und aus den Rückmeldungen der Eltern. Bei einigen Rezepten habe ich die Angaben im Vergleich zu früheren Ausgaben nach den Erfahrungswerten vieler Eltern, die nach „meinen“ Rezepten kochen geändert und möchte an dieser Stelle Mut machen, sich auf das eigene Gefühl zu verlassen. 

Weitere Informationen unter www.babytipps24.de

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